Bei „Krottahagel“ auf der Triesner Blumenau ging der FCT am Pfingstmontag in die Partie gegen den Tabellennachbarn aus Chur. Zu Beginn des Spiels trauten die Zuschauer ihren Augen nicht, der Trainer überraschte in seiner Aufstellung alle und wechselte die Positionen der beiden WG-Kumpels: Hutter als Libero und Goop als Stürmer. Dies war sogar den beiden Goop+Hutter-Senioren zu viel des Guten.
Doch die Motivation war gross, da man mit mindestens einem Punkt auch rechnerisch endgültig das Abstiegsgespenst von der Blumenau vertreiben könnte. Mit einem Sieg könnte man sogar auf Platz 7 vorrücken und Kur somit überholen. Nach der ersten Trainingswoche unter Neo-Trainer Mäcky «der Pferdeflüsterer» Haas wollte man die positive Stimmung aus den intensiven Trainingseinheiten mit in die Partie tragen.

Leider ist dies den Gaggalaris aus Triesen in der ersten halben Stunde nicht gelungen. Es zeigte sich ein ähnliches Bild wie in den letzten Wochen: Die Pässe kamen nicht an, die Bälle wurden schnell wieder verloren, man kam nicht in die Zweikämpfe und von aussen hatte man das Gefühl, dass der Gegner 2-3 Spielberechtigte Spieler mehr auf dem Platz hat. Deshalb mussten die Triesner bereits nach 9 Minuten einen Rückstand wegstecken als Chur einen Kopfball nach Flanke von links aussen verwerten konnte. Die einzig nennenswerte Chance in dieser Phase hatte Neo-Stürmer und «Peter Crouch look alike» Vali Goop, dessen Schuss flog jedoch über das Churer Tor. Erst rund 10 Minuten vor der Halbzeit bissen sich die Triesner etwas mehr in die Partie und wurden präsenter. Nach einem Eckball flog Walser (siehe Bild oben) am zweiten Pfosten quer in Mann und Maus hinein, der Ball lag am Boden und Tschütscher mit „an Raketa“ aus kurzer Distanz ins Netz. Dies zeigte auf wie torgefährlich der Triesner Kapitän trotz seiner Position in der Innenverteidigung ist. Er selbst kommentierte das Tor nach dem Spiel kurz und keck mit den Worten «Wat wollen’se denn von mir? Wat meinen ‘se denn warum ik die Rückennummer 11 trage?». Kurz vor dem Pausenshot, entgegen dem Spielverlauf, schaffte man noch den 2:1-Führungstreffer. Laulau Kind erlief sich einen Abpraller vom Torwart und versenkte die Kugel lehrbuchmässig aus spitzem Winkel im Netz.

Die zweite Halbzeit startete dann wieder mit einem frühen Churer Tor und es hiess bereits in Minute 47 wieder Gleichstand. Für das Churer Tor waren jedoch nicht die Churer selbst zuständig, sondern der Kölner Austauschstudent Braun aus den Reihen des FCT. Per Schulter bugsierte er im Gemängel eine Churer Flanke an Kobler vorbei ins Netz. Doch auch dieser Spielstand hielt nicht lange, weil sie sich in der 54. Minute Jonas Wolf auf unnachahmliche Art über die rechte Seite mit dem Surfbrett unter dem Arm durchtankte. Die Churer Abwehrreihen prallten nur so am Wolf-Panzer ab bevor er den Ball mit dem rechten Aussenrist ins lange Eck zwirbelte. Ein sagenhafter Treffer der bereits kurz nach Spielschluss von der UEFA ins Ranking zum «Puskás-Preis» aufgenommen wurde. Wolf meinte dazu: «Der Trainer hat vor dem Spiel etwas von «Rakete zünden» gesagt. Das habe ich nicht ganz verstanden, mir es aber dennoch zu Herzen genommen». Wiederum nur 10 Minuten später ging das Wechselbad der Gefühle weiter als sich Chur durch die Triesner Reihen kombinierte und erneut zum Ausgleich traf. Im Anschluss hatte erneut Laulau Kind den Matchball auf dem Fuss. Nach einer Kopfballverlängerung vom bärenstarken und präsenten Manojlovic zog Kind alleine auf das Tor, fand jedoch am Churer Schlussmann kein vorbeikommen. Kind zeigte jedoch nur Minuten später wer der Meister in Sachen Abwehr als Schlussmann ist. Mit einer perfekten Kopfball-/Schulter-/Brustabwehr klärte er auf der Linie und rettete so seine Mannschaftsgspännle vor einem weiteren Gegentor. Chur hatte nach wie vor mehr Ballbesitz und Triesen kämpfte bis zum Umfallen, was man an der krampfbedingten Auswechslung von Kind kurz vor Schluss deutlich sah. Einen Schlusspunkt hatten die Triesner allerdings noch im Petto: 10 Minuten vor Abpfiff, Freistoss auf halbrechts, Hutter (welcher sich nach Spielschluss nun 3 Tage in die Eistonne begab) legt sich das Spielgerät zurecht. Die Flanke zischt scharf in den Churer Strafraum, Rico Bartolomeo wirft sich rein und trifft mit einer Mischung aus Kopf und Schulter aus fünf Metern ins Netz. Nach einem Rückstand, zwei Führungen und zwei Ausgleichen war der FCT nun also zum dritten Mal in Führung gegangen. Diese Führung wollte man sich nun nicht mehr nehmen lassen, was schlussendlich auch gelungen ist. Damit feierten die in dieser Rückrunde gebeutelten Triesner einen hart erkämpften und enorm wichtigen Dreier. Nun ist es eine Ha(a)senrechnung, dass «worst case» Szenario vom Abstieg ist nun endgültig abgewendet. Das Abstiegsgespenst ist mit dem Bus vo Chur von der Blumenau abgezogen und die Erleichterung war entsprechend gross.

FC TRIESEN – CHUR 97 II 4:3 (2:1)

Sportplatz Blumenau, Triesen: 88 Zuschauer

Aufstellung: Kobler; Hutter; Wolf, Tschütscher, Braun; Alain „Sutti“ Walser, Vaccaro, Erwachsen; Salzgeber 1, Büchel, Goop

 Einwechslungen: Rico Baiao, Arpagaus, Mathis, Manojlovic

 Tore: 0:1 9. Chur, 1:1 41. Tschütscher, 2:1 44. Kind, 2:2 47. Eigentor, 3:2 54. Wolf, 3:3 65. Chur, 4:3 81. Bartolomeoooooooooo

 Ersatz: Salzgeber 2, Gomes

 Bemerkungen: Triesen ohne Kosic (disqualifiziert), Lins (Auftritt Moosfürz), Kindle, Frick, Johannes Ilic, Zahn, Abdi, Akkach (alli nämis a Verletzig), Ljubicic (Familie)

 Bemerkenswert:

– Wolf sollte in den Jägerverband mit zwei geschossenen Böcken.

– Simon Zahn vor dem Spiel: bisschen nervös, aber es geht.

– Grilltoni machte es möglich: Dank seiner FCB-Glückskappe coachte Mäcky Haas die Mannschaft erfolgreich zu 3 Punkten.

– Couch Jupp verwandelte sich schon vor dem Spiel vom Pessimist zum Optimist.

– Alfredo kann nun endlich wieder ruhige Nächte haben, auch der Knollen im Bauch sei nun weg. Für ihn war auch klar: der Sieg war nur dank seinen neuen Lacoste Schuhen möglich, mit welchen er zum ersten Mal die Blumenau betrat.

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