Auch mit sehr bitteren Niederlagen muss man umgehen heisst es nach dem Spiel für den FC Triesen. Dass mit Altstätten ein Gegner auf der Blumenau zu Gast war, der schlagbar sein sollte, wenn man ein Wörtchen mitreden möchte in der 2. Liga, war vor dem Spiel klar. Leider ging dieser Schuss wortwörtlich nach hinten los.

Bei extrem ungünstigen Verhältnissen und dauerhaft starken Winden (im Volksmund bekannt als „Pföh“) blieb die Partie in der ersten halben Stunden äusserst ereignisarm. Die erste Halbchance hatte Salzgeber nach rund 30. Minuten, jedoch ging sein Abschluss mit links übers Tor. Wenige Minuten später wurde Zahn aus kurzer Distanz an der Hand angeschossen und hätte ansonsten alleine aufs Tor ziehen können. Die Szene wurde jedoch vom Schiedsrichter abgepfiffen. Von Altstätten kam bis dahin nicht sehr viel, ausser zahlreiche lange Bälle, die gegen den Wind oftmals in der Luft stehen blieben. Auch die Triesner agierten zu oft mit langen Bällen die kaum eingeschätzt werden konnten. In der 34. Minute dann endlich eine gute Torchance: Arpagaus spielt den Ball in die Spitze, Zahn zieht knapp am Torwart vorbei und verpasst aus spitzem Winkel die Führung für den FCT.

In der 45. wurde ein Ball vom Winde verweht und rollte zum Kinderspielplatz hinüber. Die dort anwesenden Eltern schauten dem Ball nur nach und warteten bis Spieltrainer Rohrer diesen abholt. Ein Spielplatzbesucher kommentierte die Szene nach dem Spiel mit den Worten „Ich habe den Ball absichtlich nicht zurückgeschossen, weil ich den „Trainer des Jahres“ einmal aus der Nähe begutachten wollte“.

So ging es mit einem unspektakulären 0:0 in die Halbzeitpause und man konnte nur auf mehr Torszenen im zweiten Abschnitt hoffen. Einen ersten möglichen Matchball vergab Zahn in der 52. Minute: Beck spielte flach nach vorna, Rohrer liess durch und der unermüdliche Läufer Zahn konnte erneut alleine aufs Tor ziehen. Kurz vor dem Strafraum verstolperte er jedoch die Kugel und kam nicht mehr zum Abschluss. Bis heute konnte nicht geklärt werden, ob der Gegenwind zu stark war und sogar ein technischer Fehler bei Zahn aufgetreten ist (was fast unmöglich ist). Nach einer Stunde passierte dann der Supergau, der zum Spiel passte wie die Faust aufs Auge: Kindle schiesst einen Abstoss in Richtung Mittelkreis, ein starker Windstoss kommt von Süden, der Ball bleibt in der Luft stehen und fällt genau vor die Füsse eines Altstätters. Dieser überlegt nicht lange, nimmt den Ball direkt und trifft aus rund 40 Metern über Schlussmann Kindle hinweg ins Tor. Der FCT warf danach nochmals alles nach vorne, aber es konnten keine zwingenden Chancen mehr erarbeitet werden. Viele Zuschauer hofften noch auf die Wende als Triesens 10er Diego Armando Haas eingewechselt wurde, doch auch er vermochte das Spiel nicht mehr zu drehen. In den letzten zehn Minuten waren es dann nochmals die Altstätter, die einer höheren Führung sogar näher waren: Ein Abschluss nach einem Eckball verfehlte das Tor nur knapp, ein weiterer ging an den Pfosten und ein Freistoss in der 82. Minute konnte von Kindle pariert werden. So blieb es beim mehr als enttäuschenden 0:1 aus Triesner Sicht.

Um diese bittere und unglückliche Niederlage zu verarbeiten hat die Mannschaft nun zwei Wochen Zeit. Am nächsten Wochenende ist spielfrei und danach geht es auswärts gegen den Tabellenführer aus Chur weiter.

FC TRIESEN – FC ALTSTÄTTEN 0:1 (0:0)

Sportplatz Blumenau, Triesen: 173 Zuschauer

Aufstellung: Kindle; Arpagaus (ab 82. Frick), Ilic, Braun, D. Wolf (ab 76. Haas); Beck, Kosic (ab 67. Kadic), Büchel, Salzgeber; Zahn, Rohrer

Tor: 60. Altstätten

Ersatz: Kobler, Goop, Brunner, Bartolomeo Baiao

Bemerkungen: Triesen ohne Tschütscher, Hutter (beide angeschlagen), Mathis (schuftet für sein Comeback), J. Wolf (auch am schuften), Vaccaro (2. Mannschaft), R. Büchel (Jetlag)

Bemerkenswert:
– Kein Triesner Sieg trotz vielversprechender Matchballsponsoren wie dem SVP-Nationalratskandidat Roman Rauper, Coiffeur Tamara Kalberer und der Baumanagement AG.

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