Als Tabellenführer lag die Favoritenrolle gegen das im Mittelfeld platzierte Landquart grundsätzlich klar beim FC Triesen. Beim zweiten Blick auf die Partie musste man dies allerdings relativieren, fehlten doch satte 10 Spieler auf Seiten des FCT. Und auch beim dritten Blick auf das Spiel, musste man diese These erneut revidieren, weil die Triesner ab der 29. Minute in Unterzahl spielten. Später mehr dazu! Nicht umsonst hat Jupp Hanselmann das Spiel bereits vor Anpfiff als Hochrisikospiel eingestuft.
Auf holprigem Geläuf ging die Partie ausgeglichen und umkämpft los. Beide Teams versuchten von Beginn weg das Heft in die Hand zu nehmen, hatten aber auch noch etwas Mühe mit der Präzision. Klare Aktionen waren zu Beginn Mangelware. Es dauerte bis zur 20. Minute als Rohrer nach einem Freistoss den Ball aufs Tor köpfte und nur knapp am Landquarter Torwart-Youngster scheiterte. Wenige Minuten später herrschte Gefahr vor dem FCT-Tor, als ein Landquarter Offensivspieler durchbrechen konnte und alleine vor Schlussmann Kindle auftauchte. Kindle, die „Coolheit“ in Person, blieb jedoch lange stehen, machte sich gross und konnte den Schuss souverän parieren.

Dann der Supergau: Es waren nicht einmal 30. Minuten gespielt als ein Angriff des FCT über rechts lief. Kosic marschierte vom Mittelkreis aus mit nach vorne und wurde, ohne jegliche Nähe zum Spielgerät, von einem Landquarter so stark auf den Fuss getreten, dass es ihm den Schuh auszog. Der Schiedsrichter pfiff und zeigte dem Landquarter nur gelb. Kosic hingegen sah direkt die rote Karte nachdem er sich beim foulenden Spieler nach dessen Geisteszustand erkundigte. Kurze Zeit später ein Angriff der Landquarter über rechts, die jedoch aus spitzem Winkel erneut am stark reagierenden Kindle scheiterten (34.). Zwei Minuten später stand wieder Kindle, auch bekannt unter seinem Künstlernamen „Gaudi-Max“ im Mittelpunkt: Er hatte den Ball am Fuss und wartete etwas lange mit dem Schuss. So landete sein Schuss am Rücken eines Gegners und flog als Bogenlampe zurück in den Strafraum. Kindle jedoch, flink wie eine Katze, sprang mit einem „Miau“-Ruf zurück in den Sechzehner und fischte das Balli mit seinen Tatzen runter (36.).

Trotz Unterzahl spielte der FCT in der 1. Halbzeit munter weiter und kam nochmals zu sehr guten Tormöglichkeiten. In der 37. Minute versuchte es Kunstschütze Rohrer mit einem Weitschuss aus knapp 25 Metern welcher noch die Lattenoberkante touchierte. Danach folgte die grösste Chance auf eine FCT-Führung: Freistoss von Gregor Wimmer-Braun aus halblinker Position. Er zieht den Ball über die Mauer auf den kurzen Pfosten wo Rohrer per Flugkopfball aus kurzer Distanz zur Stelle ist. Halb hechtend, halb abgeschossen konnte der Landquarter Torhüter den Kopfball noch über die Latte lenken.

Die zweite Halbzeit wurde dann zum grossen Kampf für den FC Triesen. In den ersten 10 Minuten kam man 2-3x nach vorne, ansonsten war es jedoch Landquart die versuchten ihre Überzahl auszunutzen und den Sieg einzufahren. Der FCT blieb jedoch hart, kämpfte bis zum Schluss und wollte mindestens einen Punkt mit nach Hause nehmen. Einmal versuchte sich Braun noch mit einem Weitschuss aus gut 30 Metern, welcher jedoch im Fenster der Müller-Drogerie landete (die Müller-Drogerie befand sich ca. 80 Meter hinter dem gegnerischen Tor, Anm. d. Red.). In Minute 77 fast noch der Todesstoss für den FCT als ein platzierter Schuss am Lattenkreuz landete. Landquart brachte die Pille aber nicht mehr ins Netz, was vor allem an einer geschlossenen Kampf-Leistung der Triesner sowie dem nötigen Quäntchen Glück lag. Rund 10 Minuten vor Schluss erkämpfte sich der eingewechselte Jonas Wolf an der eigenen Eckfahne den Ball und tankte sich quer über das Spielfeld bis vor das gegnerische Tor durch. Sein Schuss aus spitzem Winkel landete jedoch am Aussennetz. Somit hiess es am Ende 0:0 was für Landquart, die 60 Minuten mit einem Mann mehr gespielt haben, eine grössere Enttäuschung war als für die Triesner. Durch die anderen Ergebnisse konnte der FCT mit diesem Punkt sogar die Tabellenführung ausbauen. Allerdings liegen auch nur 3 Punkte zwischen den Plätzen 1 – 5, was die Tabellensituation sehr ausgeglichen macht.

 

FC Landquart – FC Triesen 0:0 

Stadion Ried, Landquart: 73 Zuschauer (ab 29.:74 nachdem Kosic zu den Zuschauern gestossen ist)

Aufstellung: Gaudi Max Kindle; Flying Frick, Joga Bonito Goop, Crash Dummy Tschütscher, Wimmer Braun; Laufwunder Brunner, Sprinter Rohrer; Lautsprecher D. Wolf (ab 74. Da Yang J. Wolf), Lunga Zahn, Luzia (ab 86. Zaubermaus Figo); Shaq 

Ersatztorhüter/-spieler: Titan Meier 

Tore: Fehlanzeige

Bemerkungen: FC Triesen ohne Arpagaus, Beck, Salzgeber, Vaccaro, Bargetze, Haas und F. Burgmeier (Länderspielpause), Sele (Familientreffen in Skopje), Ilic und Fehr (beide am Datteln pflücken), Mathis (diese Mann er ist immer verletzt, was erlaube Mathis!), Thai Curry Hutter (mag ned spela wenn dr Mathis ned spelt)

Bemerkenswert:

– Edelfan und Ex-Torwart René Kobler wird ausfällig als der Landquarter Kassier bei allen Zuschauern die 5 Franken Eintritt einzieht. (Gesprächsprotokoll der Redaktion bekannt / Veröffentlichung aus Jugendschutzgründen nicht erlaubt)

– Flo Meier hat sein Badetuch zuhause vergessen (dr Klassiker) und musste sich mit dem Trainingsanzug abtrocknen (90.+20). Auf Anfrage von Radio L war dies seine Schuld, da er und nicht seine Frau, für das Packen der Tasche zuständig war.

– Thomas „Capitano“ Tschütscher wurde nach dem Spiel vom OFV zum „Men of the Match“ für sein „Perfect Game“ gewählt und mit einem Blumenstrauss geehrt. Thomas sagt selbst zu seiner Auszeichnung: „Es rührt mich zutiefst, dass ich diese Trophäe erhalte. Ich habe versucht alles für mein Team zu geben und deshalb widme ich diese Auszeichnung der gesamten Mannschaft. Liebe Grüsse an meine Familie, Freunde und alle die mich kennen.“

– Co-Trainer Hutter über die Rote Karte: „ Schade das Branko Kosic nicht im Besitz der Liechtensteinischen Staatsbürgerschaft ist, ansonsten wäre wohl auch er auf Länderspielreisen gewesen.“

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