Die Frauenmannschaft des FC Triesen empfing am Sonntagmorgen den Tabellenführer Appenzell auf der heimischen Blumenau. Der Aufsteiger aus der dritten Liga stellte einen völlig neuen Gegner für den FCT dar. Die Mannschaft aus Appenzell ist noch ungeschlagen und hat in den bisherigen 7 Partien nur 4 Tore kassieren müssen. Trainer Noge versuchte sein Team optimal auf die Spitzenpartie vorzubereiten und hatte den Punktegleichstand mit Appenzell als Ziel im Auge.

Es war schon vor der Partie klar, dass sich das Team gegen den starken FC Appenzell keine Startschwierigkeiten erlauben durften. Die Spielweise der Appenzellerinnen zeichnet sich durch enorme Zweikampfstärke und Siegeswillen aus. Doch wenn der FCT alles was möglich ist geben würde, waren sich alle sicher, kann man auch den Tabellenführer schlagen. Die Motivation beim Betreten des Spielfelds war somit hoch. Die Gäste legten von Anfang an ein recht hohes Tempo an den Tag. Mit Ihrer zentral ausgerichteten 4-2-3-1 Aufstellung erzwangen sie die Oberhand im Mittelfeld. Beide Teams setzten Akzente nach vorne und bereits in der 5. Minute wurde Nono Kindle vor dem Strafraum unsanft von den Füssen geholt und der erste Pfiff des Schiedsrichters ertönte. Von gut 17 Metern setzte Alabor selbstbewusst zum Torschuss an, verfehlte aber knapp. Dieser frühe Führungstreffer wäre gut für den Verlauf der Partie gewesen. In den darauffolgenden 15 Minuten zeichnete sich die Partie aus der Sicht der Triesnerinnen eher durch erhöhte Verteidigungsarbeit aus. Irgendwie fand der FCT noch nicht das richtige Mittel gegen den stark auftretenden FC Appenzell. Immer wieder ertönten die Worte „Lohn sie ned is Spel ko!“ von Seiten der Appenzellerinnen und es funktionierte, denn der FC Triesen hatte sichtlich Probleme, das Spiel aufzubauen. Während Nono Kindle an ihren ungenutzten Chancen verzweifelte, versuchten alle mit (mehr oder weniger) aller Kraft die Gegenstösse der Appenzellerinnen zu unterbinden, doch sie bestürmten das triesnerische Tor immer wieder über die linke Seite und das in der 25. Minute zum ersten Mal mit Erfolg. 0:1. Und nur drei Minuten später, in der 28. Minute, kam es zu einem weiteren unglücklichen Gegentor. Nach einem Eckstoss setzte eine Gegenspielerin aus schier unmöglichem Winkel zum Schuss an und versenkte das runde Leder knapp am Posten vorbei im Tor. 0:2. Eine der vielen Stärken des triesnerischen Frauenteams ist es jedoch, niemals aufzugeben, auch wenn man in Rückstand gerät. Nur fünf Minuten nach diesem zweiten Gegentreffer eroberte Fasel im zentralen Mittelfeld den Ball und hatte für einmal etwas mehr Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen. Auf der rechten Seite sprintete bereits Kälbi los, auch Nono in der Mitte des Felds setzte zum Spurt an und ganz links zog Alabor über das halbe Feld Richtung Tor. Die Entscheidung fiel auf Alabor und es folgte ein 30 Meter Pass über das halbe Feld, welchen Alabor mit ihrer ganzen Routine im Strafraum unter Kontrolle brachte. Die gegnerische Torhüterin warf sich bereits zu Alabors Füssen, als diese noch einmal zurückzog und den Ball trotz zwei gegnerischen Verteidigerinnen auf der Grundlinie den Ball im Tor versenkte. 1:2! Dieser Anschlusstreffer war sehr wichtig für das Spiel und brachte etwas mehr Lockerheit auf den Platz. Eine weitere Grosschance des FCT wurde nur wenige Minuten später vergeben. Fasel setzte zum Freistoss an und spielte den Ball quer auf Alabor, welche den Ball in Kälbis Laufrichtung weiterleitete. Kälbi hatte den Plan der beiden aber nicht ganz überrissen und verpennte prompt ihren Einsatz. Für Alabor und Fasel war die Sache ganz klar, denn Alabor hatte den Plan zuvor erklärt. Der Klang von Kälbis Kuhglocken sorgte aber dafür, dass diese davon nichts mitbekam. Nichts desto trotz konnte man gut merken, dass der FCT nun doch noch am Spiel teilzunehmen versuchte und der FC Appenzell durch den Anschlusstreffer etwas aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. In der 39. Spielminute erspielten sich die Triesnerinnen nach einem Einwurf auf der rechten Seite erneut eine Chance. Nono Kindle legte den Ball quer in den Strafraum, wo der Ball zum Glück des FCTs abgelenkt wurde und seinen Weg in die Füsse von Tamara Bolt fand. Sie suchte das eins-gegen-eins mit der Torhüterin und ging als Siegerin hervor. 2:2! Jetzt ging es Schlag auf Schlag, denn gleich nach dem Anspiel der Appenzellerinnen konnte der Ball zurückerobert werden und auf einen weiteren Angriff der Triesnerinnen folgte ein Eckball. Die neue, klar zu erkennende Eckball-Stärke des FCT wurde erneut unter Beweis gestellt und so kam es, dass Torjägerin Mumu Müller den Ball abermals per Kopf im Tor versenkte. Pure Freude überstrahlte die Gesichter auf dem Platz und die neu errungene Führung war perfekt. 3:2! Doch wie zu Beginn bereits erwähnt, war der Siegeswillen und der Ehrgeiz der Appenzellerinnen nicht so schnell zu brechen und so konnte der FCT die Führung leider nicht mit in die Pause nehmen. In der 44. Minute war es nämlich abermals der FC Appenzell, der den Ball ins Tor beförderte und den erneuten Ausgleich der Partie klarstellte.

Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Die Partie hielt sich spannend und das Ergebnis liess jedes Ende zu.

Trainer Noge versuchte seinem Team in der Halbzeitpause noch einmal Mut zu machen. Die Erwartung an seine Frauen, das Spiel nun an sich zu reissen und zu gewinnen, wurde klar und deutlich kommuniziert. Die Taktik „Nur miar schüssen Goal“ war zwar schon über den Haufen geworfen worden, aber der Sieg war trotzdem greifbar. Mit diesem Selbstvertrauen starteten die Triesnerinnen in die zweite Hälfte der Partie. Bis zur 60. Minute wurde der Plan zielsicher fortgeführt und beide Teams zeigten starke Spielzüge und Kampfwillen. Leider kam es in der 65. Minute, nach einer missglückten Kopfballannahme von Fasel im Mittelfeld, zu einem perfekt weitergeleiteten Ball in die Sturmspitze des FC Appenzell. Der schnellen Stürmerin bot sich freie Bahn auf den Kasten von Torhüterin Betty und so rissen die Gäste die Führung erneut an sich. 3:4. Was eigentlich nicht passieren durfte, passierte und so brach die Leistung der Triesnerinnen völlig ein. Die sonstige Stärke des FCT, niemals aufzugeben, kam leider nicht zu tragen und so folgten innert kürzester Zeit zwei weitere Gegentreffer (Minute 72 und 78). Leider fand der FCT auch nicht zurück ins Spiel und so blieb es beim 3:6 für den FC Appenzell. Trainer Noge und sein Team mussten am Sonntag somit die zweite Saisonniederlage verdauen und befinden sich vorläufig weiterhin auf dem 3. Tabellenrang.

Trotz der bisherigen Topleistungen der Triesnerinnen herrscht in der Tabelle nun auch von hinten ein wenig Druck. Der FC Rapperswil-Jona hält sich auf dem vierten Rang des Klassements, zwei Punkte hinter dem FCT. Rappi bestritt dieses Wochenende kein Spiel und könnte mit einem Sieg im nächsten Duell gegen den FC Thusis Cazis die Triesnerinnen einholen.

 

FC Triesen – FC Appenzell 3:6 (3:3)

Aufstellung: Huber, C. Kindle (C), Schmidt, Müller, Meier, #swissfondue-Kälbi, Fasel, T. Bolt, Gerner, Alabor, N. Kindle

Ersatz: Aggeler, Gabathuler, Lohner, Vils, Ozcan, V. Bolt

Tore: 25′ FCA 0:1, 28′ FCA 0:2, 33′ Alabor 1:2, 39′ T. Bolt 2:2, 41′ Müller 3:2, 44′ FCA 3:3, 65′ FCA 3:4, 72′ FCA 3:5, 78. FCA 3:6

Bemerkungen: Triesen ohne Hermann, Wegmann, Ponse (alle drei als Fans dabei), Burgmeier (Franz-Tag), Lopez Corea, Hasler (verletzt), Ott (auf Abwegen), Suhner

Bemerkenswert:

Noge’s Erklärungen in einem der drei Tainings der letzten Woche: „Mengmol, also eigentlich immer…“

Zitat Angi: „Miar hen no a paar tusiger Johrgäng“ – Fast Angi, du hast den Jahrgang nur um ein Jahrtausend verfehlt.

„Sorry not sorry“ und „nur miar schüssen Goal“ gehören zu den Mottos des Tages – konnte beides eher schlecht als recht umgesetzt werden.

„Sereina ist ganz spitz!“ – gemeint war die Sturmspitze, könnte man auch falsch verstehen.

Kälbi beschwert sich erneut „i wör immer gmobbt!“ – #sorrynotsorry. #swissfondue kannst nur du so gut filmen (-;

Vito wird als Verlobter des Jahres nominiert. Vielleicht wirst du ja irgendwann eine von uns?

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