Am Samstagabend war der FC Linth 04 zu Gast auf der heimischen Blumenau. Voller Wagemut und Euphorie sahen die Triesnerinnen dem Heimspiel gegen die spielerisch starken Gäste entgegen. Obwohl der FCT in der letzten Saison zweimal 3 Punkte einfahren konnte, ist und bleibt Linth ein sogenannter Angstgegner. Das Ziel von der Eberle-Elf ist und bleibt aber: Siegen um jeden Preis!

Wenn sich eine Konstante im Fussballspiel der Triesnerinnen erkennen lässt, dann sind das wohl die altbekannten Startschwierigkeiten. Wobei man bemerken muss, dass die erwartete Spielstärke der Gegnerinnen vollumfänglich ausgespielt wurde. So kam es, dass das Heimteam die ersten 10 Minuten hauptsächlich dem Ball hinterher lief und sich von den Lintherinnen regelrecht ausspielen liess. Ein Lattentreffer des FCL liess die Unterlippen erstmals erzittern. Doch die Damen des FCT trugen dann doch durch ein paar toll herausgespielte Konterchancen ihren Teil zum Spielgeschehen bei und so kam es in der 11. Minute zu der ersten echten Chance des Heimteams. Nach einer recht informativen Standpauke von Routinier Alabor – „hendr gsaha was passiert, wenn ma dr Ball föri spelt? Es git a Chance, also spelen der Ball föri!“ – spielte Sie den Ball nach vorne (wohin sonst) und Nono Kindle schoss ihr Team dann auch gleich in Führung. Für einmal schob sie den Ball sogar an der Torhüterin vorbei – der eigens mitgebrachte Fanclub tobte! 1:0. Das Tor war durchaus hilfreich für das Spiel der Triesnerinnen und schaffte neues Selbstvertrauen. Trotz dem vielen Tickitacka erspielten sich die Gäste nämlich nur wenige Chancen und Torhüterin Huber glänzte mit technischen Fähigkeiten als sie von den eigenen Spielerinnen in Bedrängnis gebracht wurde. Das Spiel war ausserdem von vielen Zweikämpfen und „Fouls“ geprägt. In der 20. Minute kam es zu einem weiteren Freistoss der Gegnerinnen aus gefährlicher Nähe, welcher per Kopfverlängerung prompt zum 1:1 verwertet wurde. Die Triesnerinnen hielten aber weiterhin dagegen und warteten auf ihre Chancen. Wie aus dem nichts fing Nono Kindle einen Abstoss der gegnerischen Torhüterin kurz vor der Mittellinie ab und liess sich nicht zweimal bitten. Der Ball zog eine regelrechte Kurve in der Luft bevor er sich im richtigen Moment zu senken begann und unter der Latte seinen Weg in die Maschen fand. Wow, was für ein Tor! Kann man mal so machen, muss man aber nicht. 2:1. Schlag auf Schlag folgte auch schon der nächste Angriff der Triesnerinnen. Eine kurze Schwächephase der Gegnerinnen wurde sofort ausgenutzt. So faselte Eva nicht lange und lancierte den Angriff über einen Pass zu Mittelfeldgespielin Ott, welche wiederum Jasmin-Langstreckenläuferin-Hermann auf der Seitenlinie anspielte. Hermann liess ihre Gegenspielerin im Regen stehen und flitze Richtung Grundlinie. Kurz vor dem Aus spielte sie dann doch noch einen Rückpass in Richtung Tor, wo Alabor bereits lauerte. Und als niemand dachte, dass das Pässchen noch ankommt, erkämpft sich Alabor den Ball und schiebt das Leder gekonnt an der Torhüterin vorbei. Und „bam“ schon stand es 3:1 zur Pause!

Ein zwei drei, Pause isch vorbei. Das recht spannende Spiel wurde ähnlich fortgesetzt wie abgepfiffen. Die Gäste drangen immer weiter in die triesnerische Hälfte vor und versuchten den Anschlusstreffer zu erzielen. Was Ihnen dann in der 56. Minute auch gelang. 3:2. Der weitere Verlauf der zweiten Halbzeit war geprägt von angestrengtem Dagegenhalten von Seiten der Triesnerinnen. Das Zweikampfverhalten auf dem Platz wurde von beiden Teams immer intensiver und so kam es, dass zuerst Fasel unfair von den Füssen geholt wurde und anschliessend Nono Kindle unsanft den Weg auf den Boden fand. Der Schiedsrichter holte daraufhin gleich drei Mal hintereinander die gelbe Karte aus dem Säckli. Jetzt werden sich manche fragen: „Wieso drei?“. Jungspund Nono Kindle kassierte gelb für ihre grosse Klappe und wurde postwendend an die Seitenlinie zu Trainer Noge geordert und dort zu recht gewiesen. Er spricht schliesslich aus Erfahrung. Das Ziel der Triesnerinnen war es fortan, den Spielstand soweit es geht zu verteidigen und Gabathulers Kasten rein zu halten, was vorerst gelang. Einen arthroseartigen Zerfall des Teams konnte aber nicht verhindert werden. Und doch gelang es dem Heimteam noch zwei drei Angriffe herauszuspielen. Alabor, für einmal über die linke Seite, servierte einen pfannenfertigen Ball für Innverteidigerin Müller, welche aber zu nervös war um die Kugel zu erwischen, da sie sich so nah vor dem gegnerischen Tor einfach nicht „soo wohl“ fühlte, und das Tor nicht traf. Auch Fasel verfehlte wenig später nach einer sensationellen Flanke von Swiss-Gril-Kälbi das Tor. Wie aus dem Nichts dann aber die Erlösung. Die frisch eingewechselte Aggeler sprintete der rechten Aussenlinie entlang und wurde prompt angespielt. Gleich zwei Gegenspielerinnen wurden überloffen und Aggeler sah den Weg vor sich für den finalen Pass in die Mitte, wo Wegmann bereits hin sprintete. Wegmann – wohlbemerkt sonst eine Verteidigerin – versenkte den Ball – wohlbemerkt sonst Linksfüsslerin – mit dem rechten Fuss im Tor und besiegelte das glückliche Endresultat des Spiels! 4:2!

 

FC Triesen – FC Linth 4:2 (3:1)

Aufstellung: Huber, C. Kindle (C), Bolt, MuMü, Meier, Hermann, Ott, Fasel, Gerner, Nono Kindle, Alabor

Ersatz: Wegmann, Aggeler, Gabathuler, Swiss-Girl-Kälbi, Mama Kaiser

Hatte am Samstag keine Lust: Mirjam Schmidt 

Tore: Nono Kindle 2x, Alabor 1x, Wegmann 1x

Bemerkungen: Triesen ohne Schmidt (Hintergründe oben), Zuppy (Sprachaufenthalt in Malta), Suhner (besucht Gratiskonzerte), Ponse, Büchel (gibt’s dich noch?), Lopez Corea, Hasler, Vils (wurde vom Co-Trainer ausser Gefecht gesetzt), Lohner (Einsatz B-Juniorinnen), Ozcan, V. Bolt

Bemerkenswert:

Carmänner’s Verführungstechniken sind durchaus noch verbesserungsfähig.

Carmen Kindle zum gegnerischen Trainer, der wie sie zu glauben meinte, der Schiedsrichter sein musste: „Kum, du kasch gad metko“.

Carmen Alabor hingegen verursachte einen Stau beim Abklatschen vor dem Spiel, da sie die Hände des Schiris zu lange schüttelte und sich partout nicht von ihm abwenden konnte.

Ramona: „Kama bitte explizit im Spelbrecht erwähna, dassi mis Goal met rechts gschossa ha?“, Eva: „Also gschossa kama es ned nenna, aber jo, mahi gern Ramona.“

Carmen Kindle bei der SChirikontrolle: „Carmen Kindle, es bi i, mis Lible isch döt und mini Schiebahschoner oh“ – was für eine Vorbereitung.

Viktoria Viga Gerner hat sich in der 55. Minute zu Wort gemeldet, sie hätte gerne einen Pullover gehabt, auf der rechten Seite wurde es etwas kühl, da ihre Teamkamaraden nur noch über links spielten.

Eva Fasel legte kurz nach dem Spiel einen Powernap auf dem Gardarobenbänkchen ein, um die 3. Halbzeit topfit in Angriff nehmen zu können.

Anmerkung an die Gemeinde Triesen: Die Toiletten auf der Sportanlage Blumenau sind zu weit vom Platz entfernt.

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