Herren 1. Mannschaft

Umbruch beim FC Triesen nach Abstieg

Bereits zu Beginn der neuen Saison steht der FC Triesen vor einem Mammutprogramm. Gleich zwei Englische Wochen folgen nacheinander.

Der Abstieg schmerzt noch immer, doch auf der Blumenau verschwendet niemand mehr Zeit mit dem Blick zurück. Beim FC Triesen steht die Uhr nach einer turbulenten Vorsaison wieder auf Anfang. Was nach einem leeren Blatt Papier aussieht, erweist sich in der Praxis als Chance für eine tiefgreifende Erneuerung: Der Kader erlebte im Sommer eine drastische Metamorphose – geprägt von zahlreichen Abgängen, aber auch vom Schwung durch zahlreiche Neuzugänge, die frischen Wind mitbringen.

Mangelndes Eingeständnis kritisiert Triesen-Trainer

Ein Umbruch dieser Grössenordnung hinterlässt naturgemäss Spuren. Dass nach dem Gang in die 4. Liga einige Spieler den Verein verliessen, nimmt Cheftrainer Andreas Guler keineswegs auf die leichte Schulter. Er findet dafür deutliche Worte: «Nach dem Abstieg haben doch einige den Verein verlassen. Die die eigene schlechte Saison nicht wieder gutmachen wollten – das Einfachste ist natürlich, wenn man geht.»

Statt punktueller Korrekturen stand der Trainerstab plötzlich vor der Aufgabe, eine nahezu komplett neue Mannschaft zu formen. Mit fast 20 Veränderungen im Kader haben sich die Vorzeichen ins Gegenteil verkehrt.

Ein Grossteil der Verstärkungen stösst aus Chur zum Team – ein echter Glücksfall für Guler, der als Churer nicht nur die Region, sondern auch die Mentalität der Spieler bestens kennt. Dass die Rädchen zu Beginn noch nicht nahtlos ineinandergreifen, liegt auf der Hand. Nebst der reinen Fülle an neuen Namen erschwerten auch die sommertypischen Urlaubsabwesenheiten das Einspielen in den Vorbereitungswochen. Dennoch lobt Guler den Charakter der neuen Truppe.

Dichtes Programm zum Start in die neue Saison

Guler wollte seiner Mannschaft bereits in der Vorbereitung eine klare spielerische Identität einimpfen. In der 4. Liga soll Triesen das Geschehen aktiv gestalten, statt nur auf den Gegner zu reagieren. So wurde der Fokus auf Fitness, spielerische Akzente und Einbindung neuer Spieler gelegt.

Das Auftaktprogramm der neuen Saison hat es allerdings in sich. Bedingt durch Verlegungen durch den Staatsfeiertag startet Triesen direkt mit einer hohen Belastung und dicht gestaffelten Partien. Neben Ligakonkurrenten wie Bad Ragaz II, Mels II und Trübbach wartet im Cup auch das absolute Highlight gegen den FC Vaduz II. Vor dem kommenden Gegner zeigt Guler zwar Respekt, bewahrt aber die Ruhe. «Wir tun gut daran, wenn wir unsere Leistung abrufen, weil dann wird es jeder Gegner schwierig haben», sagt der Trainer.

Guler wünscht sich Triesen in die 3. Liga zurück

Nach dem drastischen Personalwechsel regiert auf der Blumenau ein gesunder Realismus. Träumen ist erlaubt, doch der Alltag erfordert Demut. Dennoch hegt der Übungsleiter keinen Zweifel daran, wo der Verein langfristig hingehört. «Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich sagen: sehr gerne wieder zurück in die 3. Liga. Weil ich der Meinung bin, so ein Verein gehört auch in die 3. Liga», erklärt Guler seine Vorstellungen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die sportliche Leitung auf einen klaren Etappenplan.

Statt vom sofortigen Wiederaufstieg zu sprechen, lautet die Devise für die Hinrunde: Arbeiten, Zusammenwachsen und Schlagdistanz halten. Bis zur Winterpause will sich der FC Triesen im vorderen Drittel der Tabelle in der 4. Liga festsetzen.

Abgänge:

Raphael Goop (USV Eschen/ Mauren II), Mike Almer (FC Balzers II), Ramon Zogg (FC Grabs), Patrick Bargetze (FC Balzers II), Rafael Grünenfelder (FC Balzers II), Noah Miler (FC Balzers II), Manuel Lefebvre (FC Triesenberg), Fabian Bargetze (FC Triesenberg II), William Zippo (FC Triesenberg), Raphael Auer (FC Triesenberg), Adrian Hoti (SK Brederis), Daniel Salzgeber (30+ FCT), Naim Memeti (FCV3), Selcuk Bicer (FCV3), Lucas Neusüss (Studium), Fabio Bicker (Studium), Eroc Carrocia (FCV2)

Zuzüge:

Ruben Miranda Lima (pausiert), Antonio Verdicchia (FC Sevelen), Claudio da Silva (FC Maldost), Rafael Pontes (FC Trübbach), Harun Hadzic (Chur 97 II), Ramun Endres (Chur 97 II), Daniel Lörtscher (Chur 97 II), Thishalan Kailainathan (Chur 97 II), Rizan Thaqi (Chur 97 II), Lucas Birchmeier (FC Vaduz Jugend), Isa Zhaku (FC Vaduz Jugend), Rodrigo Ribeiro (Chur 97 Jugend), Emerson Lubini Rocha (pausiert), Wendrick de Lima (pausiert), Leandro Ribeiro Costa (Vereinslos), Timo Banzer ( FC Triesen II), Luke Seger (FC Triesen II), Timo Meierhoher (FC Triesen II), Malik Özkan (SC Tisis).

Testspiele:

Triesen – Uznach II 2:1
Triesen – Surses 4:1
Triesen – Glarus 1:1

 

Frauen 1. Mannschaft

Schwung nach verpasstem Aufstieg soll mitgenommen werden

Am kommenden Mittwoch (20.15 Uhr) treffen die Triesner Damen im ersten Ligaspiel auf die Aufsteigerinnen aus Au-Rheineck.

Nach einer starken vergangenen Spielzeit, in der die Triesnerinnen nur denkbar knapp am Aufstieg in die Erste Liga vorbeischrammten, brennt das Team auf den Start der neuen Saison. Mit nur einem Ab- und acht Neuzugängen drehte sich das Personalkarussell auch an der Seitenlinie. Mit Flavio Finkbeiner übernimmt der bisheri-ge Co-Trainer das Chefruder. Der neue Coach blickt auf einen reibungslosen Führungswechsel, eine organisatorisch herausfordernde Vorbereitung und den ungestillten Hunger nach sportlichem Erfolg.

Horvath verliess Triesen in Richtung FC Thun

Wenn ein Cheftrainer mitten im Sommer den Verein verlässt, geraten Taktikgefüge und Teamhierarchie nicht selten ins Wanken. Nicht so beim FC Triesen. Nachdem der Trainer Aron Horvath ein attraktives Angebot als Assistenztrainer bei den Damen des B-Ligisten FC Thun annahm, stieg Finkbeiner intern auf. Dass er bereits seit dem Frühjahr eng in alle Trainingsprozesse eingebunden war, erwies sich im Nachhinein als logischer Schritt. Finkbeiner selbst erlebte die Stafettenübergabe vollkommen unaufgeregt: «Ich finde, dass es reibungslos gelaufen ist. Ich bin bereits im März zum Team gestossen und habe mich sofort als Teil der Truppe gefühlt.» Die Spielerinnen hätten es ihm von Anfang an «extrem leicht gemacht», fasst der neue Chefcoach Flavio Finkbeiner den nahtlosen Übergang zusammen. Diese vertraute Basis verkürzte die Umstellungsphase auf ein absolutes Minimum. Trotz der geografischen Distanz bricht der Draht zum ehemaligen Cheftrainer übrigens keineswegs ab: Horvath stehe dem Team und seinem Nachfolger auch weiterhin jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Die Urlaubsplanung der Spielerinnen wie auch verletzungsbedingte Ausfälle schraubten das geplante Testspielprogramm zurück. Das Team kompensierte jedoch durch hohe Trainingsintensität und einen wertvollen Härtetest. Im Testspiel gegen die Erstligistinnen Mels wurde Triesen auf Herz und Nieren geprüft. Die höherklassigen Gegnerinnen verriegelten das Mittelfeld und zwangen das Finkbeiner-Ensemble dazu, unter spielerischem Druck geduldig nach Lösungen zu suchen. «Defensiv standen wir letzte Saison schon sehr sicher. Aber vor allem im Positionsspiel müssen wir uns noch entwickeln. Die Intensität muss auch in den Trainings höher sein, damit wir im Match über grössere Phasen unser Niveau halten können», analysiert Finkbeiner. Personell geht der FC Triesen gestärkt aus der Sommerpause hervor. Dem einzigen Abgang stehen gleich acht Neuzugänge gegenüber. Nach gut vier Wochen Arbeit steht laut Finkbeiner längst wieder eine eingeschworene Einheit auf dem Platz, die die Verstärkungen nahtlos integriert hat. Zum Auftakt der Meisterschaft empfängt der FC Triesen die Aufsteigerinnen des FC Au-Rheineck. Auf dem Papier mag das eine machbare Aufgabe sein, doch Finkbeiner warnt ausdrücklich vor der typischen Euphorie, die Liga-Neulinge oft mitbringen. Mit dem Rückenwind aus der vergangenen Saison und dem nötigen Respekt vor den Gegnerinnen strebt der Trainer einen erfolgreichen Start an, ohne dabei den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Für Finkbeiner ist klar: «Der wichtigste Schritt ist immer der nächste. Mir gefällt die Entwicklung extrem gut, aber es gibt auch noch viel Luft nach oben.» Der Trainer zeigt sich jedoch optimistisch für den weiteren Saisonverlauf: «Wenn wir so weitermachen, werden wir sicher ganz bei den vordersten Teams dabei sein.»

Abgänge:

Ana Maria Lopez Corea (Fokus auf Tätigkeit als Schiedsrichterin)

Zuzüge:

Elin Rinderer (FC Balzers), Aksu Azra (FC Ruggell FF17), Aurora Scupola (FC Rugell FF17), Sara Tokic (FC Ruggell FF17), Lea Zecic (FC Ruggell FF17), Christina Feurstein (RW Rankweil), Heike Müller (RW Rankweil), Hanna Postai (RW Rankweil).

Testspiele:
Mels – Triesen 0:1

 

Quelle: Liechtensteiner Vaterland
Bild: Jürgen Posch

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